Geschichte der SG Battenfeld

 

(Rückblick anlässlich der Feier zum 90-jährigen Jubiläum im Jahr 2010)

Die Sportgemeinschaft Battenfeld kann sich heute, bei ihrem 90-jährigen  Jubiläum, recht stolz an eine äußerst ereignisreiche Geschichte erinnern, mit vielen Höhen, aber auch mit Rückschlägen und Tiefen.

Versetzen wir uns einmal in die Lage der jungen Männer, die sich vor 90 Jahren trafen um etwas zu bewegen in Battenfeld. Es war eine schwierige Zeit: der  1. Weltkrieg war gerade mal 2 Jahre beendet und es herrschte mangelndes Verständnis in der Öffentlichkeit für das Gemeinwesen, was die Bildung von Vereinen erschwerte bzw. sogar unterband. So ist der Mut und Einsatz der 24 jungen Battenfelder Männer, die sich im März 1920 zusammenfanden, um unseren Sportverein zu gründen, gar nicht hoch genug anzuerkennen. Alle heutigen Mitglieder der Sportgemeinschaft Battenfeld sind diesen Vereinsgründern zum Dank verpflichtet.

In der Folgezeit entstand im ganzen Land die Meinung, dass die Jugend zur körperlichen Ertüchtigung und Gesunderhaltung angehalten und durch organisierten Sport fit gehalten werden muss. So wurden überall Sportvereine ins Leben gerufen, wie auch in Battenfeld.

Bereits 2 Monate nach der offiziellen Vereinsgründung traf man sich am 20.Mai 1920 zur ersten Mitgliederversammlung. Zu diesem Zeitpunkt waren es bereits 42 Mitglieder.

In der ersten Mitgliederversammlung wurde der damalige Battenfelder Lehrer Philipp Schneider zum ersten Vorsitzenden gewählt.  Der Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, den heimischen Sport und die Pflege der Gemeinschaft zu fördern. Dies und die nachfolgenden Grundsätze wurden in der ersten Satzung verankert.

 

Diese waren:

 

1. Opferbereitschaft

          2. Freiwillige Unterordnung

          3. Pflege der Gemeinschaft

            4. Vaterländische Gesinnung

 

 

Diese Grundsätze haben zwar noch heute ihre Gültigkeit, aber von ihrer  Umsetzung sind wir in der heutigen Zeit weit entfernt.  

Wie sie in der ersten Vereinssatzung entnehmen können, nannte sich der Verein damals noch Turn- und Sportverein, Erst viel später wurde der Name dann in Sportgemeinschaft Battenfeld umbenannt.

In den ersten Jahren nach der Gründung waren es vorwiegend die Turner, die das Vereinsleben bestimmten. Damals unter der Leitung von Heinrich Weirich. 

Bereits wenig später wurde dann auch die erste Fußballmannschaft ins Leben gerufen.

Im Laufe der Zeit entfachte der Fußball in Battenfeld eine Euphorie. Fast jeder Jugendliche fand zu dem Fußballsport. Aber gemäß der damaligen  Vereinssatzung konnten nur „Jünglinge“, die das 14. Lebensjahr überschritten hatten, als Vereinsmitglieder aufgenommen werden. Von der Emanzipation war man damals noch weit entfernt. Aus diesen Jünglingen wurde die erste Schülermannschaft gebildet, die dann in den 30er Jahren den Fußball in Battenfeld prägte.

Im Jahr 1931 wurde der Fußballsport mit dem Edertalbund regional organisiert, wobei dann Meisterschaften und Pokalspiele ausgetragen wurden.

Im Jahr 1936 konnte unsere erste Mannschaft die Meisterschaft im Oberen Edertal überlegen mit 36:3 Punkten erringen. Es folgten im Laufe der Zeit noch einige Pokalsiege.

Mit Beginn des 3. Reiches wurde dieser Spielverbund wieder aufgelöst; womit der Fußballsport während des Krieges zum erliegen kam.

Der 2. Weltkrieg riss überall, auch in Battenfeld, große Lücken in die Sportlerreihen.

Als nach dem Krieg wieder die organisierten Sportvereine erlaubt wurden, waren auch die Battenfelder sofort dabei, wieder Leben in ihren Verein zu bringen. Dabei wurden die Flüchtlinge und Heimatvertriebenen in das Vereinsleben intregiert. Es sollte eine Zeit mit vielen Höhenpunkten, aber auch mit einigen Rückschlägen folgen.

 

 

In der Folgezeit wurden weitere Abteilungen wie Damenhandball und Leichtathletik gegründet. Auch hier konnte der Verein Erfolge erzielen. So errang die damalige Damenhandballmannschaft eine Kreismeisterschaft und unsere Leichtathleten waren auf Kreisebene in den 50er Jahren erfolgreich.

In den Jahren danach ließ das Interesse an diesen Sportarten in Battenfeld merklich nach; auch wegen den fehlenden Vergleichsmöglichkeiten im Umfeld. In Battenfeld war es so, dass fast jeder Junge nur Interesse für den Fußballsport zeigte. Folglich ergab es sich, dass sich die Sparten Damenhandball und Leichtathletik wieder auflösten.

Nach dem Krieg war es sehr schwer, das Vereinsleben am Leben zu erhalten, denn es mangelte an Ausstattung und Geräten, und vor Allem am nötigen Geld.

Die Verantwortlichen des Vereins versuchten trotz aller Schwierigkeiten alles, um ihren Sportlern den Sportbetrieb zu ermöglichen. Deshalb ist es allen Lobes wert und eine große Leistung, dass in dieser Zeit das Vereinsleben mit allen Aktivitäten aufrecht erhalten werden konnte, und dabei auch noch Erfolge erzielt wurden.  

Im Jahr 1953 erfolgte die feierliche Übergabe der Vereinsfahne in den Vereinsfarben grün/weiß und mit dem Bau der Sport- und Kulturhalle wurde dann auch eine Möglichkeit geschaffen, den Turnsport wieder zu beleben.

Im Fußballsport stellten sich schnell wieder Erfolge ein. In der Saison 1955/1956 konnte unsere neuformierte Mannschaft die Meisterschaft in der A-Klasse gewinnen und in die damalige Marburger Amateurliga aufsteigen.

Auch die Tradition der Turniere begann. Das Battenfelder Himmelsfahrts-turnier war immer ein großer Anziehungspunkt. So kamen Mannschaften wie der KSV Hessen Kassel, Viktoria Aschaffenburg, KSV Baunatal, VfL Cappel und weitere zu Gast ins Edertal.

Hier zeigte sich bereits, dass Battenfeld zu einem Fußballmittelpunkt im Oberen Edertal werden sollte; nicht zuletzt auch durch die gute Jugendarbeit, die bis heute in unsrem Verein durchgeführt wird, konnten wir uns nach außen darstellen und immer wieder Erfolge erzielen.

 

 

Im Juli des Jahres 1970 wurde das 50-jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Mit Beginn der 70er Jahre wurde die Jugendarbeit immer intensiver betrieben, dadurch wurden immer wieder eigene Nachwuchsspieler hervorgebracht.  

Nachdem die Sportgemeinschaft Battenfeld bisher nur C- und A-Jugendmann-schaften hatte, gründete man damals erstmals eine D-Jugend.

Auch die Abteilung der Turnerfrauen erlebte einen Neuanfang. Unter der Leitung von Erika Born wurde eine Frauen- und Mädchengrupe aufgebaut, die bei vielen Veranstaltungen immer wieder ihr Können zeigte.

In dieser Zeit entstand dann auch unsere Tischtennisabteilung. Erster Abteilungsleiter war im Jahr 1973 Dieter Arnold. Den Spielbetrieb ging man mit 13 Seniorenspielern und 9 Jugendspielern an. Bereits im Jahr 1975 konnte die erste Herrenmannschaft die Meisterschaft in ihrer Klasse erringen.

Die Fußballer der Sportgemeinschaft Battenfeld durchlebten in dieser Zeit ein großes Tief. Nach der Niederlage gegen den SV Willersdorf musste unsere Erste im Jahr 1974 in die B-Klasse absteigen. Ein herber Rückschlag für unsere Sportler. Aber dieser Abstieg hatte auch seine guten Seiten. Es wurden nun junge Spieler in der Mannschaft integriert. Bereits in der Saison 1975/1976 konnte der Wiederaufstieg gefeiert werden. Danach sollte es mit dem Fußballsport in Battenfeld stetig bergauf gehen.

Es folgten dann die äußerst erfolgreichen 80er Jahre.

Bereits im Jahr 1980 schaffte unsere junge Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksliga. Aber damit nicht genug. Nach der Vizemeisterschaft im Jahr 1981 in der Bezirksliga konnten wir in der Saison 1982/1983 unter unsren damaligen Trainer Jupp Payer die Meisterschaft erringen und in die Landesliga aufsteigen. Ein großartiger Erfolg unserer Fußballer. Unvergessen wird bei allen das Landesliga-Derby am 11.03.1984 vor 1.500 Zuschauern gegen den TSV Battenberg bleiben, welches wir damals mit 0:2 verloren haben. Die Euphorie in Battenfeld und Umgebung vor diesem Spiel war so groß, dass auch das Fernsehen einen Bericht von dem Spiel brachte.

Leider konnten wir uns nicht lange in der Landesliga halten. Im Jahr 1985 stiegen wir wieder in die Bezirksliga ab.  Ein weiterer Höhepunkt im Verein war

der Neubau unseres Vereinsheimes, das wir im März 1987 feierlich einweihen konnten.

Auch im Jugendbereich tat sich einiges. Im Jahr 1985 wurde eine F-Jugend- mannschaft auf die Beine gestellt, eine von zweien im Kreis.

In der Tischtennisabteilung gab es Zwischenzeitlich aufgrund Spielermangels einige Probleme. So konnte nur noch eine Mannschaft in der untersten Klasse gemeldet werden.  Unter der Führung von Spartenleiter Eckhard Becker wurde auch dieser Tiefpunkt gemeistert.

Der Verein selbst konnte dann am letzten Juni-Wochenende 1980 sein 60-jähriges Jubiläum mit  einem Heimatfest groß feiern.  Auch das 70-jährige Jubiläum im Jahr 1990 wurde bei einem Heimatfest zusammen mit der Feuerwehr gefeiert. 

Die 90er Jahre waren wieder gekennzeichnet von Höhen und Tiefen.

Sowohl bei der Fußballjugend als auch im Tischtennisbereich konnten mehrere Erfolge erzielt werden.  Viele von ihnen werden sich auch noch an das Gastspiel der E-Jugend von Eintracht Frankfurt in Battenfeld im Jahr 1991 erinnern.

Bei unserer Senioren wechselten Licht und Schatten – Erfolg und Nichterfolg – ab.

Im letzten Jahrzehnt blieben die „Grün-Weißen“, wie die Battenfelder genannt werden, ihrem Trend treu. Aufstieg in die Bezirksliga und wieder Abstieg in die Kreisliga A wechselten sich immer wieder ab, so dass viele schon von einer  Fahrstuhlmannschaft reden. Mit Sicherheit teilweise zu recht.  So sind wir in der Saison 2004/2005 in die Bezirksliga aufgestiegen, aber in der darauf folgenden Saison wieder abgestiegen. In der Saison 2008/2009 konnten wir mit einer ganz jungen Mannschaft die Meisterschaft in der Kreisliga A erringen und in die Kreisoberliga Nord aufsteigen. Das ist die Nachfolgebezeichnung für die Bezirksklasse. Leider hat unsere junge Mannschaft trotz einer guten Ausgangsposition nicht den Klassenerhalt geschafft. Wir, die ganze Familie der Sportgemeinschaft Battenfeld hätten uns nichts mehr als den Klassenerhalt in unserem Jubiläumsjahr gewünscht. Aber es sollte nicht sein.

In der Vergangenheit haben wir mehrfach bewiesen, dass wir nach einem Tiefpunkt wieder aufstehen können, und dies wird auch diesmal der Fall sein.  

 

 

Wenn unsere Mannschaft den Spruch auf unserer Fahne beherzigt – „Elf Freunde müsst ihr sein um Siege zu erringen“ -  dann sollte uns auch vor der Zukunft nicht bange sein.    

Wir können uns heute als einen gut funktionierenden Verein bezeichnen. Sowohl im sportlichen Bereich, das sind Fußball, Tischtennis, Frauenturnen und seit diesem Jahr wieder bzw. neu dabei Badminton und das Walking, als auch im organisatorischen Umfeld sind wir gut aufgestellt und können uns nach außen gut darstellen.

Dort wo der Verein jetzt steht, das ist auch ein Verdienst der Vorstände mit dem jeweiligen Vorsitzenden an der Spitze. Hier muss einmal Heinrich Knirr erwähnt werden, der über mehrere Jahre nach dem Krieg dem Verein in einer schwierigen Zeit vorgestanden war. Darüber hinaus auch die nachkommenden Vorsitzenden Karl Born und Friedhelm Jakobi. Den größten Anteil am Werdegang des Vereines hat aber unser Ehrenvorsitzender Walter Kroh, der die Vereinsgeschicke über 30 Jahre geleitet hat

Hierzu möchte ich in diesem Rahmen allen meinen herzlichen Dank aussprechen.

Wie  Sie meinem kurzen Abriss aus der Vergangenheit des Vereins entnehmen können, gehört die Sportgemeinschaft Battenfeld zu den Vereinen, die nicht nur den Fußball im Altkreis Frankenberg geprägt habten Der gute Ruf der Battenfelder Fußballer aber geht über die sportlichen Grenzen hinaus. Das soll auch in der Zukunft so bleiben und daran werden wir mit ganzer Kraft arbeiten.

 

 

Ulrich Kirchhübel

Vorsitzender


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